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Vor über 100 Jahre hatte der Kölner Erfinder Eugen Langen die Idee,
zur Personenbeförderung ein Hängebahnsystem zu entwickeln.
Unsere damaligen Stadtväter von Barmen und Elberfeld (Wuppertal als Stadt gibt
es erst seit 1929) hatten, im Gegensatz zu den Stadtvätern von heute,
das richtige Gespür für den öffentlichen Personenverkehr.
Gerade das lange schmale Tal mit dem Fluss die Wupper, eignete sich hervorragend
für eine Hängebahn durch die enge Landschaft. Zu diesem Zweck wurde auch
vorübergehend der ewige Streit zwischen den beiden Städten beigelegt.
Bereits 1898 begannen die Bauarbeiten und obwohl damals unter schwierigen Arbeitsbedingungen,
schafften es die Bauarbeiter, daß der damalige Kaiser Wilhelm II bereits am
24. Oktober 1900 eine Probefahrt machen konnte. Die eigentliche Freigabe für
den öffentlichen Verkehr erfolgte am 1. März 1901 für die Strecke
Kluse und Zoologischer Garten. Die Strecke Zoo - Vohwinkel wurde am 24. Mai 1901
eröffnet.
Eigentlich müsste man
in zwei Jahren wieder feiern denn die vollständie Strecke von Vohwinkel bis
Oberbarmen (Rittershausen, wie es damals noch hieß) war erst am 27. Juni 1903 fertig. Dabei
mussten die Bauarbeiten wegen Hochwasser der Wupper vom November 1901 bis März 1902 ruhen.
Im Jahre 1901 gehörten 26 Wagen zur Erstausstattung. 24 Wagen kamen in etwas
veränderter Form 1903 hinzu.
1926 wurde der Bahnhof Döppersberg durch einen Stahlbetonbau mit integrierten
Geschäften ersetzt.
Die Fahrt mit der Schwebebahn beginnt in Vohwinkel führt dann über
Bruch nach Hammerstein und über die Autobahn (A 46 ) nach Sonnborn.
In Sonnborn (in Höhe der evangelischen Kirche) verlässt die Schwebebahn
die Landstrecke und fährt jetzt über die Wupper in Richtung
Station Zoo / Stadion. Mitten durch das Firmengelände der Firma Bayer AG
geht es über Varresbecker Straße, (früher
Bahnhof "Gasanstalt") Westende zur Pestalozzistraße
(früher "Schillerbrücke) .
Es folgen Robert-Daum-Platz, (zuerst "Breite Straße
dann Tannenbergstraße) Ohligsmühle
(früher Alexanderbrücke) und schließlich
Wuppertal Hbf oder besser bekannt als Döppersberg.
Hier am Döppersberg ist man mitten im Herzen der Stadt.
Natürlich gab es damals auch seitens der Bevölkerung Gründe
gegen den Bau der Schwebebahn.
Die Bahn ist häßlich, überflüssig, schädigt die Anwohner
der Wupper, sie vereitelt die Überwölbung der Wupper und zum guten Schluß,
sie erleichtert den Barmern nach Elberfeld zu kommen.
Aber bereits am 31. Dezember 1894 beschlossen die Ratsherren aus Elberfled und Barmen
mit der "Contientalen Gesellschaft für elektrische Unternehmungen" den Vertrag zum Bau der Schwebebahn.
Dabei war der Ingenieur Feldmann, als Entwicklungsleiter der verlängerte Arm Langens um die
Pläne umzusetzen. Den Bau selber erlebte Langen nicht. Er starb am 2. Oktober 1985 an einer
Fischvergiftung.
Wegen gestiegener Kosten (auch damals schon) wurden auf der 5618 Meter langen Barmer-Strecke die 6
Bahnhöfe mit Kragdächer errichtet. Das war billiger da nur die Bahnsteige überdacht wurden. Zwei
repräsantive Bahnhöfe mit Bogendach wurden den Barmern aber doch zugestanden. Der heutige Bahnhof "Alter Markt" und "Werther Brücke".
Auf einer Kette von 472 Brückenträgern und Stützen, in einer Länge von
13,3 Kilometer, werden die Schienen gehalten.
Alle 200 Meter sind Ankerstützen als
statische Festpunkte angeordnet. Die Stützen haben über der Wupper
eine Höhe von 15 Metern, über Straße sind es 8 Meter.
Die Fahrschiene der Schwebebahn liegt beiderseits der Brücken
auf dem Fahrschienenträger auf. Diese sind Teile des Untergurtes und
haben untereinander einen Abstand von circa 4 m. Neben dem Hauptträger befindet
sich links und rechts ein begehbarer Raum, von dem aus Instandhaltungsarbeiten
durchgeführt werden können.
Ca. 19.200 Tonnen
Eisen wurden für das Schwebebahngerüst verbaut. Es gibt heute wieder 20
Schwebebahn-Haltestellen. (Bahnhöfe)
Weitere Stationen sind: Kluse, dann Landgericht.
Kurz hinter dem Bahnhof Landgericht überquert die Haspeler Brücke die
Wupper. Diese Brücke ist sozusagen die Grenze nach Barmen.
Der Sage nach soll die Brücke der Anlass zu dem Ausspruch,
"Der ist über die
Wupper gegangen" gewesen sein.
Wenn ein Barmer Geschäftsmann pleite war, mußte
er diese Brücke überqueren um zum Gericht zu gelangen. Ein anderer Ausspruch
kann sich auch auf diese Brücke beziehen. "Er ist den Bach
runtergegangen!"
Hier fließt die Wupper, auf ihrem Weg in den Rhein, in Richtung Elberfeld vorbei am
Amts- / Landgericht.
Weiter geht die Fahrt über Völklinger Str., Loher Brücke,
Adlerbrücke zum Alter Markt.
(früher Rathausbrücke)
Insgesamt sind es 20 Stationen auf 13,3 Kilometer. Rechnet man mit einer durchschnittlichen Fahrzeit von ca. 2 Minuten zwischen den einzelnen Stationen, beträgt die Fahrtzeit von Wuppertal-Vohwinkel bis Wuppertal-Oberbarmen ca. 38 Minuten. Dabei beträgt die mittlere Geschwindigkeit der Bahn ca. 27 Kilometer/Stunde. An beiden Endstationen (Vohwinkel und Oberbarmen) befinden sich Wendeschleifen, die es den Zügen ermöglichen praktisch im Kreise zu fahren.
Bereits in den 60er Jahren machte man sich schon Gedanken über Gelenkwagen.
Dazu wurden als Prototyp zwei Wagen des Baujahres 1950 ("Blauer Enzian") als
Gelenknkwagen zusammengebaut.
Die heutigen Schwebebahnwagen sind dreiteilige Gelenkzüge und jetzt ca. 20 Jahre alt.
Früher waren sie im tradionellen Orange-Blau gehalten. Als man aber versuchsweise
eine Bahn mit Werbungsaufkleber versah, war es schnell mit Orange-Blau vorbei.
Nur sehr selten kann man heute noch einen Schwebebahnwagen in der Originalfarbe sehen.
Fast alle Wagen sind heute mit Werbung versehen.
Mit diesen Gelenkzügen werden täglich ca. 80.000 Fahrgäste befördert.
Das sind ca. 30 Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens.
Die Personenkapazität eines Zuges beträgt 48 Sitz- und über
100 Stehplätze.
Da der nagende Rost im Laufe der Zeit nicht mehr mit Rostschutzfarbe aufzuhalten war und die Farbschicht schon eine Dicke von 1 - 1,5 mm erreicht hatte, entschloss man sich das Gerüst durch eine verstärkte Konstruktion zu ersetzen. Gleichzeitig will man damit aber auch eine Kapazitätserweiterung und Fahrzeitverkürzung erreichen. Längere Triebwagen sollen der gestiegenen Anzahl der Fahrgäste gerecht werden. Außerdem soll die Taktdichte tagsüber von jetzt alle 3 - 4 Minuten auf dann alle anderthalb Minuten verkürzt werden. Neben den Trägern, Brücken und Stützen werden auch die Bahnhöfe weitgehend erneuert. Nach dem Umbau sollen drei Stationen erhalten bleiben. Döppersberg (neu erbaut 1926), Alter Markt (Neubau 1967) und Ohligsmühle (Baujahr 1982). Wobei der unter Denkmalschutz stehende, im Stil der zwanziger Jahre gebaute, Bahnhof Döppersberg optisch dem ursprünglichen Zustand angenähert werden soll.
Rekonstruiert werden die Stationen Berliner Platz, die denkmalgeschütze, im Jugendstil erbaute Station Werther Brücke, Völklinger Straße sowieLandgericht.
Bei den Betriebsunterbrechungen, am Wochenende, wird gleichzeitig an drei Stellen
gearbeitet um die Arbeiten schnellst möglichts zu vollenden. Während
der Schulferien im Sommer 2001 ist die Bahn komplett still gelegt. Daher kann
jetzt an verschiedenen Baustellen gleichzeitig gearbeitet werden.
Die Erneuerung des Fuhrparks steht nach Abschluß der Arbeiten an.
Die 28 Züge des heutigen Fuhrparks stammen aus den Jahren 1972 -1974 und
können die geplante Taktverdichtung mit ihrer Anzahl nicht bewältigen.
Obwohl die Wuppertaler Schwebebahn als eines der sichersten Verkehrsmittel der Welt gilt hatte sie doch einige Unfälle zu verzeichen. Zumeist war aber die Ursache "menschliches Versagen."
Im Januar 1917 fährt ein Schwebebahnzug auf einen anderen liegengebliebenen Zug auf, wobei dieser dann abstürzte. Seitdem gibt es eine spezielle Fangvorrichtung die eine Entgleisung erschweren soll. Der Wuppersprung des Elefanten Tuffi am 21.7.1950 ist wohl der bekannteste Unfall. Der Zirkusdirektor Althoff wollte für seinen Zirkus Werbung machen und reservierte für sich und der Elefantendame Tuffi ein Abteil. Weit jedoch kam der Zug mit der Elefantendame aber nicht. Nach dem Start am Alten Markt, in dessen Nähe der Zirkus seine Zelte aufgeschlagen hatte, wurde die Elefantendame unruhig, zerstörte das Abteil und sprang kurz vor der Station Adlerbrücke in die Wupper. Das ging so schnell, dass noch nicht mal ein Foto davon geschossen werden konnte. Bei den heutigen Postkarten mit dem Motiv vom springen Tuffi handelt es sich um eine Fotomontage. Im übrigen ist die Elefantendame noch uralt geworden.
Ein weiterer Unfall passierte am 11. September 1968. Ein LKW der in Sonnborn von der Rutenbeck in die Sonnborner Straße einbiegen wollte, riss mit seinem Anhänger einen Stützpfeiler aus der Verankerung worauf zwei Brücken abstürzten. Glücklicherweise befanden sich gerade keine Züge in der Nähe so daß der Unfall ohne Personenschaden zu verzeichnen war. Der Schwebebahnverkehr musste aber zwei Monate ruhen.
In der Station Oberbarmen fuhr am 25. März 1997 ein Gelenkwagen auf den voll besetzten Kaiserwagen. 14 Verletzte und ein erheblicher Sachschaden waren die Folge. Ein technischer Defekt war für diesen Unfall verantwortlich.
Der wohl schrecklichste Unfall ereignete sich am 12. April 1999. Um 5.45 Uhr stürzte ein Schwebebahnzug am Robert-Daum-Platz in die Wupper. Dabei kamen 5 Menschen ums Leben, 46 wurden lebensgefährlich verletzt. Auch hier ist menschliches Versagen die Ursache. Bauarbeiter hatten eine Metallkralle, die an der Schiene befestigt war, vergessen oder übersehen. In diesem Falle hatte die ARGE ihre gesetzlichen und vertraglichen Pflichten organisatorisch nicht erfüllt.
Trotz alledem ist die Schwebebahn für Wuppertal unverzichtbar. Nur sie alleine
wird mit dem täglichen Personenverkehr im Tal fertig. Wie es ohne sie geht,
merkt man immer dann, wenn sie wegen Bauarbeiten nicht fährt.
In den letzten Wochen ist es so gewesen. Wegen Erneuerung weiterer Teile der
Schwebebahngerüste und Brücken, fand nur ein Schwebebahn-Ersatzverkehr
statt. Die Baufirmen nutzten die Zeit der Sommerferien und tauschten insgesamt
43 Brücken aus. 63 Prozent der der Stecke (8,3 Km) sind damit erneuert.
Der neue Schwebebahn-Bahnhof Hammerstein wird zur Zeit vervollständigt
und soll noch im August fertig werden.
Am Montag den 13.8.2001 ist die Schwebebahnlose-Zeit vorbei. Ab 14.00 Uhr
soll die Schwebebahn ihren Verkehr wieder aufnehmen.
Wie geht es weiter?
Die Installationsarbeiten der stählernden Montagestraßen in der Wupper
im Bereich Höhne - Werther Brücke läuft schon an. Vom 1. - 28. Oktober
gibt es wieder eine Sperrung. Dazwischen wird weiter an den Wochenenden gearbeitet.
Für Sommer 2003 ist der Abschluss für die Gerüstarbeiten
vorgesehen. Bis in das Jahr 2004 reichen die Sanierungen der Stationen Landgericht,
Völklinger Straße und Werther Brücke.
Aber zunächst fährt die Schwebebahn ab Montag den 13.8.2001 wieder.
Und wie sie fährt! Wuppertaler, die schon viele Jahre an der Strecke wohnen,
vermissen irgendwas, das Quietschen der Schwebebahn. Die neue Befestigung der Schienen,
mit Gummiunterlage zwischen den Stahlteilen. vermindert die Fahrgeräusche. Jetzt
wird es in Wuppertal mit der Wettervorhersage vorbei sein. Früher konnte man
an der Lautstärke des Quietschens vorher sagen, ob ein Wetterumschwung
bevorsteht. Besonders vor Regen war dieses Quietschen unüberhörbar.
Im Sommer 1994 wurde am Schwebebahnhof Zoo-Stadion eine Wendeanlage errichtet.
140 Tonnen wog die Anlage und hatte eine Nutzlänge von 29 Metern.
In verkehrsruhigen Zeiten sollte die Landstrecke nach Vohwinkel nur mit
jedem zweiten Zug bedient werden. Am Wochenende 19.- 23 Juli 2002 wurde
die Anlage demontiert. Die gute Auslastung auf der Landstrecke macht die
Wendeanlage überflüssig.
Bei Behinderungen auf der Landstrecke könnte man diese aber
immer noch gebrauchen.